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Aus der Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler 2002: Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen

4.1 Actinida kolomikta - Der Kolomikta-Strahlengriffel

- Botanik: Im Zusammenhang mit dieser Gattung wird auch Actinida arguta hin und wieder als Wildfrucht erwähnt. Dies erscheint jedoch fragwürdig, da sie inzwischen schon oft intensiv angebaut wird und auch bereits als Kulturpflanze in den Handel kam, ähnlich wie die "Kiwi" (A. chinensis) in Neuseeland.

- obstbauliche Bedeutung: Die Früchte werden zwar in manchen Ländern schon als Obst gehandelt, v.a. in Rußland, in Deutschland ist diese Art noch bedeutungslos (Albrecht 1996).

- Erscheinungsbild: Der Kolomikta-Strahlengriffel ähnelt sehr den als Obst bekannteren Arten A. chinensis (Chinesischer Strahlengriffel, "Kiwi") und A. arguta (Scharfzähniger Strahlengriffel, "Mini-Kiwi"). Auch er ist eine Schlingpflanze und erreicht als solche eine Höhe von 6 - 8 m. Die in Deutschland meist verbreiteten vegetativ vermehrten Pflanzen wachsen eher strauchartig und klettern ähnlich wie Spreizklimmer. Die Blätter sind an den Spitzen weiß oder rosa. Die glatten Früchte sind zwar nur klein, enthalten aber sehr viel Vitamin C, jedenfalls deutlich mehr als die echten "Kiwis" (Albrecht 1996). Sie sind gelblichgrün bis blauschwarz gefärbt (Bundessortenamt 1999). Der Vitamin-C-Gehalt soll bei russischen Sorten sogar mehr als 1000 mg/100 g Frucht betragen (Albrecht 1996).

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 46: Actinida kolomikta (aus Bruns 2000)

- Standortansprüche: Diese Wildobstart übersteht zwar im Gegensatz zur großfrüchtigen Verwandten aus China auch strenge Winter ganz gut, doch können Spätfröste wegen des frühen Laubaustriebs sehr schädlich sein.

- Pflanzung: Weil auch diese Kiwi-Art zweihäusig ist, müssen i.d.R. männliche und weibliche Pflanzen gesetzt werden, doch sind auch schon Zwitterpflanzen erhältlich. Die Jungpflanzen sollten durch Drahtmanschetten vor Verbiß durch Katzen geschützt werden. Diese werden von Duftstoffen angelockt, welche die Pflanze verströmt.

- Verwendungsmöglichkeiten: Die Früchte lassen sich wie diejenigen der anderen Kiwi-Arten verwenden (Albrecht 1996).

- Sorten: Es sind einige Sorten aus Rußland bekannt, welche besonders viel Vitamin C enthalten (Albrecht 1996). Bei diesen dürfe es sich wohl um die von Michurin durch Kreuzung entstandenen Sorten handeln, wobei als Kreuzungspartner Actinida chinensis und A. arguta dienten. Der Züchter versprach sich davon eine bessere Frosthärte bei gleichzeitig großen Früchten (Friedrich, Schuricht 1985). Dadurch entstand z.B. die stark wachsende Sorte ´Ananas´ (´Mitschurins Ananas-Aktinide´ bzw. ´Ananasnaya´), welche früh reifende, grüne, feste, saftige und süßlich-erfrischende Früchte trägt und sowohl weibliche, als auch männliche Blüten aufweisen soll. Zu den bekannteren Sorten zählt auch die mittelstark wachsende ´Klara Zetkin´ mit früh reifenden, hellgrünen, großen, ovalen Früchten, welche sehr süß und saftig sein sollen (Bundessortenamt 1999). Weitere Sorten wären die ´Spätreife´, die ´Fruchtbare´ und die ´Frühreife´ (Friedrich, Schuricht 1985).

- weitere Arten: Hin und wieder ist auch Actinida melanandra im Angebot von Baumschulen als Wildobstgehölz zu finden. Diese Art stammt ebenfalls aus China und Japan und trägt rötlichbraune, eiförmige Früchte, welche bereift sind und 2 - 3 cm lang werden (Bundessortenamt 1999).