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Aus der Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler 2002: Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen
4.13 Morus alba - Der Weiße Maulbeerbaum
- Vorkommen: Der Weiße Maulbeerbaum stammt aus Ostasien (Bundessortenamt 1999). - obstbauliche Bedeutung: Diese Wildobstart gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt, in Asien wird sie v.a. in der Seidenraupenzucht als Futterpflanze verwendet. Seit dem 12. Jahrhundert werden Maulbeeren als Obst auch in Europa angebaut. In Deutschland ist die Maulbeere als Obstgehölz erst ab dem 16. bzw. 17. Jahrhundert bekannt. Der Weiße Maulbeerbaum wird ebenso wie der noch zu besprechende Schwarze Maulbeerbaum v.a. in China, Korea, Japan, im Iran, in der Türkei, in Südostasien, in Südeuropa und in den südlichen GUS kultiviert. Aus den Früchten des Weißen Maulbeerbaums wird in Asien ein Mehl hergestellt, welches dort als Nahrungsmittel oft Verwendung findet (Friedrich, Schuricht 1985). - Erscheinungsbild: Der Weiße Maulbeerbaum erreicht als Baum mit runder, sparrig verzweigter Krone eine Höhe von bis zu 15 m. Die Blätter können ungeteilt oder gelappt, gezähnt oder gesägt sein. Alle Maulbeerarten können sowohl getrennt geschlechtlich als auch einhäusig sein. Die Blüten sind bei allen drei Arten zu hängenden, achselständigen Kätzchen zusammengefaßt, welche erst im Mai erscheinen und deshalb kaum von Spätfrösten geschädigt werden. Selbst ohne Befruchtung können sich Früchte bilden, welche dann samenlos sind (Bundessortenamt 1999). Die Früchte des Weißen Maulbeerbaums sind im Vergleich zu denen des Schwarzen Maulbeerbaums sehr süß und schmecken eher fad (Friedrich, Schuricht 1985), sie werden von Juni bis August reif und erreichen eine Länge von bis zu 2,5 cm. Die Fruchtfarbe ist v.a. weiß bis schwach rötlich, mitunter auch dunkelrot (Bundessortenamt 1999).
Abb. 61: Morus alba als Halbstamm im Dezember - Standortansprüche: Dieses Wildobstgehölz bevorzugt leichtere und sandige Böden. Alle Maulbeerarten brauchen einen vollsonnigen Standort. - Schnitt: In Streuobstanlagen wird dieses Gehölz meist als geschnittene oder freiwachsende Hecke erzogen. Bei Solitärgehölzen müssen lediglich die abgestorbenen Äste entfernt werden. - Verwendungsmöglichkeiten: Zum Frischverzehr sind die Früchte nur zu Beginn der Reife geeignet, wenn sie noch nicht zu süß schmecken (Bundessortenamt 1999). - Sorten und Varietäten: Es sind v.a. Ziersorten bekannt, welche bei Liebhabern recht begehrt sein sollen mit z.T. auch gelben Blättern und tiefroten Früchten (Friedrich, Schuricht 1985). Insbesondere die Sorte ´Constantinopolitana´ ist auch obstbaulich interessant. Diese Sorte wächst stark und gedrungen und trägt dicke Äste. Die bis zu 5 cm langen Früchte sind zunächst gelblich, später aber dunkel- bis schwarzrot gefärbt. Von der Varietät M. alba var. latifolia stammt die Sorte ´Kokuso 21´ ab, welche v.a. auf dem Balkan obstbaulich genutzt wird. Aus China wurde die Sorte ´Multicaulis´ (bzw. ´Strauchartige Weiße Maulbeere´) schon um 1820 nach Europa gebracht. Sie wird als mehrstämmiger Strauch 5 - 6 m hoch und wächst recht kräftig. Die bis zu 4 cm langen Früchte verändern mit zunehmender Reife die Farbe von weiß über rot zu schwarz. Auch die als "Schwarzbeerige Weiße Maulbeere" bekannte Sorte ´Nigrobacca´ trägt schwarze Früchte. Eine sehr winterharte Varietät stellt die Tatarische Weiße Maulbeere (Morus alba var. tatarica) dar, welche als Strauch oder Kleinbaum mit dichter Verzweigung erscheint. Sie trägt nur kleine, 1 cm lange Früchte mit weißer oder tiefroter Färbung (Bundessortenamt 1999). Zurück zum Seitenanfang |
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