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Aus der Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler 2002: Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen

4.18 Prunus tomentosa - Die Korea- oder Nanking-Kirsche

- Vorkommen: Diese auch als Filz-Kirsche bezeichnete Steinobstart ist in Japan und von China bis zum Himalaja beheimatet, in Europa ist sie nur als Ziergehölz zu finden.

- obstbauliche Bedeutung: Die Nanking-Kirsche wird in Europa noch kaum obstbaulich genutzt (Bundessortenamt 1999). In Nordamerika wird sie jedoch schon großflächig in Windschutzpflanzungen verwendet (10).

- Erscheinungsbild: Auch diese Vertreterin der Gattung Steinobst wächst mehr strauchförmig, breit rundlich und ist dicht verzweigt. Sie erreicht eine Höhe von nur 1,5 - 2 m, nur selten wird sie 3 m hoch (Bundessortenamt 1999). Die maximale Breite wird mit 2 m angegeben (10). Die verkehrt-eiförmigen Blätter sind zugespitzt, runzelig und kerbig gesägt. Die Blattoberseite ist stumpfgrün und behaart, die Unterseite dagegen graugrün und filzig. Die Blüten erscheinen in großer Fülle von Ende April bis Mitte Mai, sie sind weiß mit rosa gefärbter Blütenmitte. Die Früchte sind kugelig, ca. 1 cm groß und hellscharlachrot gefärbt, z.T. sind sie auch gelblich oder dunkelrot (Bundessortenamt 1999). Einige Sträucher tragen auch über 1,5 cm große Früchte (10). Diese Kirschen weisen ein recht gutes, süß-säuerliches Aroma auf und sie enthalten hauptsächlich Zucker, Farbstoffe, Vitamine, Fruchtsäuren und Mineralstoffe (Bundessortenamt 1999).

- Standortansprüche: Dieses Gehölz bevorzugt sonnige Plätze und verträgt viel Trockenheit (Albrecht 1996), mäßig trockene Böden sind ideal. Der Boden kann lehmig-sandig bis sandig und kalkhaltig bis neutral sein. Die Filz-Kirsche ist recht winterhart (Bundessortenamt 1999), braucht aber einen windgeschützten Standort (10).

- Pflanzung: Weil die meisten Herkünfte in Einzelstellung nur wenig Früchte ansetzen, sollten verschiedene Typen gepflanzt werden, um die Befruchtung zu verbessern. Diese sollten auch von sich aus schon reichlich Früchte bilden. Auf diese Weise lassen sich durch die verbesserte Befruchtung hohe und regelmäßige Erträge erzielen (Bundessortenamt 1999).

- Schnitt: Die Nanking-Kirsche wird am besten als Hecke erzogen (Albrecht 1996).

- Bodenbearbeitung: Nach den Erfahrungen aus Nordamerika sollten Unkräuter möglichst nicht mit Herbiziden bekämpft werden, weil diese Steinobstart viele von ihnen wie z.B. Linuron, Trifluralin oder auch Glyphosphat (Roundup) nicht verträgt (10).

- Pflanzenschutz: Die Nanking-Kirsche wird häufig von Monilia befallen (Bundessortenamt 1999).

- Verwendungsmöglichkeiten: Die Früchte müssen sofort verarbeitet werden, weil sie nicht lange gelagert werden können (10). Sie können aufgrund des ausgezeichneten Aromas auch roh verzehrt werden. Daneben ist auch die Herstellung von Konfitüre, Saft, Kompott und Kuchenbelag aus ihnen möglich (Bundessortenamt 1999). Aus dem Saft kann ein hervorragendes Gelee gewonnen werden (Albrecht 1996).

- weitere nahe Verwandte: In nordamerikanischen Quellen wird auch Prunus fruticosa als Wildobstart genannt. Diese stellt einen Strauch von bis zu 2 m Höhe dar, welcher in 15 - 20 Jahren bis zu 4 m breit werden kann. Den weißen Blüten im Mai folgen purpurrote Kirschen, welche ca. 1,5 cm groß sind und Ende Juli reif werden (10). Diese Art ist in Mitteleuropa nur als Zierpflanze bekannt, wozu sie oft als Hochstamm veredelt wird (Anm. d. Aut.).

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