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Aus der Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler 2002: Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen

4.23 Schisandra chinensis - Das Spaltkörbchen

- Vorkommen: Das Spaltkörbchen ist in Asien verbreitet, wo es als Schlingpflanze in den Wäldern Koreas und Japans, aber auch vom russischen Amurgebiet bis nach Nordchina vorkommt. Seit ca. 1860 wird dieses Wildfruchtgehölz auch in Europa angepflanzt.

Schisandra chinensis

- Erscheinungsbild: Diese linkswindende Kletterpflanze kann z.T. bis 10 m hoch werden. Die eiförmigen bis elliptischen Blätter werden 5 - 10 cm lang mit kurzer Spitze, der Blattrand ist gezähnt. Die Blüten sind zu mehreren an Kurztrieben vereint, welche sich an den Langtrieben befinden. Sie treten von Mai bis Juni in Erscheinung, die Blütenfarbe ist gelblich-weiß bis blaßrosa. Es sind sowohl rein männliche und rein weibliche, als auch zwittrige Pflanzen bekannt, letztere sind jedoch selten. Die Einzelfrüchte sind scharlachrot, rundlich und zu je maximal 40 in hängenden, ährenartigen Fruchtständen zusammengefaßt (Bundessortenamt 1999). Sie werden von August bis September reif. Das Aroma ist sehr markant und wird von den Chinesen als gleichzeitig sauer, bitter, süß, salzig und scharf beschrieben. Die Beeren sind v.a. reich an Zucker, organischen Säuren, Mineralstoffen, Vitamin E und Schisandrin, einer gesundheitlich sehr wirksamen Substanz (Albrecht 1996). Auch Vitamin C ist in größerer Menge vorhanden. Darüber hinaus enthalten die Früchte reichlich Fett und ätherische Öle, letztere mit einem Anteil von 2 % (Bundessortenamt 1999).

- Standortansprüche: Diese Kletterpflanze braucht eine Kletterhilfe. Das Spaltkörbchen bevorzugt einen halbschattigen bis sonnigen Standort und einen frischen, nährstoffreichen und durchlässigen Boden. Auch auf leichteren, sandigen Böden mit dünner Humusschicht ist noch ein gutes Wachstum möglich. Die Frosthärte ist zwar im allgemeinen recht gut, doch können Spätfröste sehr schädlich sein. Lang andauernde Trockenheit wird nicht toleriert.

- Pflanzung: Um das Spaltkörbchen obstbaulich nutzen zu können, ist die Pflanzung an Gerüsten sinnvoll, welche nach oben führende Verstrebungen aufweisen. Es wird eine Gerüsthöhe von 2 - 2,2 m und ein Pflanzabstand von 0,8 - 1,2 m empfohlen. Weil diese Wildobstart i.d.R. zweihäusig ist, müssen auch männliche Pflanzen zur Befruchtung gepflanzt werden (Bundessortenamt 1999).

- Verwendungsmöglichkeiten: Die Früchte enthalten viele Stoffe, welche für die Medizin und für die Ernährung wertvoll sind. Deshalb werden in Asien aus den Früchten oft Tee oder Sirup hergestellt, aber auch alkoholfreie Getränke und Likör. Diese Erzeugnisse sollen die allgemeine Spannkraft de Körpers verbessern. In Rußland helfen sie auch bei der Linderung von Magenschmerzen und Herzgefäßerkrankungen (Albrecht 1996). Auch zur Zubereitung von Marmelade sind die Beeren gut geeignet (Bundessortenamt 1999).

- weitere Arten: Im Himalaja ist das Großblättrige Spaltkörbchen (Schisandra grandiflora) anzutreffen, welches dort in bis 2000 m Höhe anzutreffen ist und ebenfalls klettert. Die Pflanzen sind hier ebenfalls rein männlich oder rein weiblich, die Blüten entwickeln sich zu bis zu 23 cm langen, scharlachroten Fruchtständen. Diese Art kann ebenso als Obstgehölz und Heilpflanze genutzt werden (Bundessortenamt 1999).

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