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Aus der Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler 2002: Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen
4.3 Berberis - Berberitzen - obstbauliche Bedeutung: Die Gattung Berberis beinhaltet einige Arten, welche wertvolle Fruchtsäure liefern. Die Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris) z.B. wird schon seit Jahrhunderten als Wildobst verwendet, v.a. in früherer Zeit. Damals diente Berberitzensaft noch als Ersatz für die heute leicht zu bekommenden Zitronen. Obwohl sie früher auch als Obstgehölz bezeichnet wurde, ist die Nutzung als Wildobst heute kaum noch bekannt. In der Zuchtstation Berlin-Baumschulenweg wurden von einer nahe verwandten Art, Berberis koreana, die Sorten ´Azisa´ und ´Rubin´ ausgelesen, welche für die Verwendung als Obst besonders interessant sein dürften (Albrecht 1996). In Frankreich wird aus den Früchten Konfitüre hergestellt (Bundessortenamt 1999). - Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris): Diese Berberitzenart kommt sowohl in Süd-, Mittel- und Westeuropa, als auch in Westasien vor, in Nordamerika ist sie stellenweise verwildert. Sie besiedelt nicht nur das Flachland, sondern auch Gebirgslagen bis 2000 m. Hierbei handelt es sich um einen sommergrünen Strauch von bis zu 2,5 m Höhe, die Zweige sind schlank und neigen sich bogenförmig nach außen. Die Blätter der Langtriebe sind z.T. zu dreiteiligen Dornen umgebildet. Die Blätter sind derb, stachelig gezähnt, eiförmig und bis zu 5 cm lang. Die Herbstfärbung ist goldgelb. Die leuchtend gelben Blüten treten von Mai bis Juni in hängenden Trauben auf. Daraus bilden sich rote, länglich-ovale Beeren, die bis zu 12 cm lang sind und ab September reif werden. Das Fruchtfleisch schmeckt zwar säuerlich, doch nach den ersten Frösten wird der Geschmack milder. Die Beeren sind nicht nur reich an Fruchtsäure, sondern auch an Zucker, Vitamin C und Mineralstoffen. Alle anderen Pflanzenteile beinhalten schwach giftige Alkaloide.
Abb. 48: Berberis vulgaris mit reifen Früchten (aus Bruns 2000) - Standortansprüche: Die Gemeine Berberitze ist sehr winterhart und wächst v.a. auf kalkhaltigen, aber auch auf mageren, trockenen Böden recht gut. Sie liebt warme Lagen und bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. - Düngung, Bodenpflege, Pflanzenschutz: Diese drei Maßnahmen sind nicht notwendig. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß die Gemeine Berberitze als Zwischenwirt des Getreide-Schwarzrostes nicht in Getreideanbaugebieten angepflanzt werden sollte. - Schnitt: Das ältere Holz sollte regelmäßig bis zur Basis zurückgeschnitten werden, um die Neubildung von jungen Trieben zu fördern, die reichlich blühen und fruchten. - Sorten: Die von Berberis koreana abstammende Sorte ´Azisa´ wächst breit aufrecht und trägt nur leicht überhängende Zweige, sie wird bis 2 m hoch. Im Mai erscheinen hellgelbe Blüten. Die Beeren sind länglich, orange bis lachsrot und in bis zu 5 cm langen Trauben vereint, sie werden im Oktober reif. Die Sorte ist v.a. wegen der hohen Erträge interessant. Die Früchte enthalten viel Saft, bis zu 11 % Säure und können zu vielen verschiedenen Zwecken verwendet werden. Die zur gleichen Art gehörende ´Rubin´ wächst eher straff aufrecht, ansonsten ist der Wuchs der gleiche wie bei ´Azisa´. Die Früchte sind glänzend, leuchtend rubinrot und elliptisch bis walzenförmig geformt. Sie sind zu bis 8 cm langen Trauben zusammengefaßt, welche sich auch im Winter noch nicht auflösen. Die Beeren sind reich an Fruchtsäuren und Vitamin C. Daneben existiert auch von der Gemeinen Berberitze eine Sorte, nämlich ´Asperma´, deren Beeren keine Samen enthalten (Bundessortenamt 1999).
Abb. 49: Berberis koreana ´Rubin´ (aus Bundessortenamt 1999) Zurück zum Seitenanfang |
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