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Aus der Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler 2002: Die obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen
6 Ausblick Dies obstbauliche Nutzung von Wildobstgehölzen hat bereits – wie in der Arbeit erwähnt – stark an Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt auch durch die Unterstützung mit Fördergeldern, welche z.B. vom Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bundeslands Brandenburg derzeit in Form des Agrarinvestitionsförderprogramms (AFP) gewährt werden. Das Bundesland Brandenburg fördert jedoch nicht nur den Anbau, sondern auch den Vertrieb und die Verarbeitung von Wildobst. Diese Förderung soll v.a. die Wettbewerbsfähigkeit, die Arbeits- und Produktionsbedingungen und die Einkommenskombination der Wildobstanbaubetriebe verbessern. Der Antrag auf Förderung kann von allen Rechtsformen gestellt werden, solange sich der Betrieb in Brandenburg befindet. Es ist eine Obergrenze von 2,5 Mill. DM bei der Förderung festgelegt. Nähere Informationen sind bei den zuständigen Ämtern für Landwirtschaft der jeweiligen Landkreise erhältlich. Seit 1997 fördert auch die EU den Anbau von Wildobst durch die 50 %ige finanzielle Beteiligung an einem Betriebsfond, in welchem Erzeugerorganisationen von ihrem realisierten wertmäßigen Umsatz bis zu 4 % anlegen können (Römmler 1997 c). Auch die Züchtung neuer, ertragreicher Sorten könnte manche Wildobstarten für den Anbau bedeutungsvoller machen, wobei auch die Entwicklung von besonders robusten, krankheitsresistenten Sorten nicht außer Acht gelassen werden sollte (v.a. für den ökologischen Anbau !) (Albrecht et. al. 1993). Dies ist umso mehr erforderlich, da die modernen Pflanzenschutzgesetze den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei solchen "Sonderkulturen" kaum erlauben. Hier bestehen noch viele Indikationslücken, welche erst noch geschlossen werden müßten. Insbesondere die Züchtung von feuerbrandresistenten Sorten wäre ein Fortschritt für den Anbau mancher Arten wie z.B. Weißdorn. Einen weiteren Auftrieb könnte der Anbau durch Fachseminare erhalten, wie z.B. durch die erste Wildfruchttagung an der Humboldt-Universität in Berlin 1997. Dort trafen sich Fachleute aus vielen Ländern, welche sich mit dem Thema Wildobst schon lange befassen, sei es als Anbauer, Züchter, Berater, Techniker, Konstrukteur, Verarbeiter, Lebensmittelchemiker, Händler oder auch Student. Insgesamt waren auf dieser Tagung knapp 100 Teilnehmer vertreten, welche aus acht Ländern kamen, nämlich aus der Mongolei, aus Ungarn, Schweden, Österreich, Bolivien, Dänemark, Deutschland und der Schweiz. Diese lieferten nicht nur Beiträge zu bekannten Arten wie Holunder, Kornelkirsche, Fruchtrose, Eberesche, Speierling und Apfelbeere, sondern besprachen auch unbekanntere Vertreter der Wildobstgehölze wie Weißdorn, Berberitze, Schlehe und Felsenbirne. Ein Vertreter der bolivianischen Firma SIBIO erwähnte auch, daß allein in der Umgebung von Santa Cruz 130 Wildobstarten bekannt sein sollen (Römmler 1997 d). Weil Wildfrüchte schon seit langer Zeit oft auch zu Spirituosen verarbeitet werden, wurde auch am "5. Pfälzer Brennertag" (1999) ebenfalls über ihre Bedeutung referiert. Dabei wurden auch Anbau- und Erntetechniken besprochen. Hierbei veröffentlichte die Fachzeitschrift "Kleinbrennerei" auch Artikel zum Thema "Wildobstbrände als Nischenprodukte" (Gassner 1999). Dort wurden die Arten Eberesche, Speierling, Elsbeere, Fruchtrosen, Mispel, Apfelbeere, Holunder, Schlehe, Kornelkirsche und Wildkirsche mit ihren Eigenschaften und den bei ihnen anwendbaren Anbau-, Ernte- und Verarbeitungstechniken erwähnt (Bartels et. al. 1997 a). Solche Artikel, welche sich ja speziell an den Verbraucher und Verarbeiter von Wildobst richten, können die Bedeutung dieses Marktsegments auch in Zukunft noch deutlich steigern. Hier wären weitere Veröffentlichungen angebracht, um den Anbau und Absatz solcher Früchte zu fördern und um die Kundschaft auf dem Laufenden zu halten. Wildobstbrände werden heute eher als hochwertige Spezialitäten gehandelt, weniger als Massenware. Denn selbst wenn die Verarbeitung rationeller geschehen könnte, würde die aktuell geringe Nachfrage eine Ausweitung der Produktion nicht erlauben (Gassner 1999). Derartige Brände sollen derzeit Preise von bis zu über 100 DM erzielen (Klostermann 1998). Auf diese Weise stellen sie wertvolle Nischenprodukte dar, deren Herstellung im kleinen Rahmen durchaus lukrativ sein kann (Bartels et. al. 1997 a). Auch in Ahrweiler finden regelmäßig Wildfrucht-Tagungen statt. Nach einer dort veröffentlichten Umfrage sind bislang v.a. die Arten Sanddorn und Schwarzer Holunder bekannt, welche auch am stärksten im Handel vertreten sind. Wie auch dort erkannt wurde, muß für eine stärkere Bekanntmachung weiterer Arten die Bevölkerung besser informiert werden. Nach Aussage von Wolfgang Graf von der LVG Veitshöchheim bestehen derzeit für die Vermarktung von Wildobst drei Möglichkeiten, nämlich
Die Zukunft wird zeigen, welche anderen Möglichkeiten sich im Bereich Wildobst noch auftun werden. Die Bedeutung als Marktnische ist jedenfalls für Wildobst derzeit noch lange nicht ausgeschöpft. Zurück zum Seitenanfang |
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